Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

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Dienstag, 6. März 2012

Hauptsätze


Es gibt verschiedene Formen von Hauptsätzen. Man erkennt sie anhand der Stellungen der einzelnen Satzglieder. Je nach Funktion, können mit Hauptsätzen unterschiedliche Dinge ausgedrückt werden.

Die Grundform: Aussagesätze
Die am häufigsten vorkommende Satzart ist der Aussagesatz. Dieser dient dazu, Feststellungen, Mitteilungen und Sachverhalte zu formulieren. Ein Aussagesatz wird mit einem Punkt beendet. Das Prädikat steht an zweiter Stelle und das Verb, welches für die Satzaussage genutzt wird, steht im Indikativ.

Beispiele:
Die Woche hat sieben Tage.
Der Monat hat 30 Tage.
Das Land geht unter.

Eine Erweiterung ergibt sich aus der Bildung einer Satzklammer. Das Prädikat besteht in diesem Fall aus zwei Teilen. Der erste Teil ist konjungiert  und steht an zweiter Stelle im Satz. Es handelt sich dennoch um einen Aussagesatz. Der zweite Teil steht hinten an.

Beispiel:
Gestern sind wir nach Potsdam gefahren.

Aufforderungssätze
Aufforderungssätze richten sich in der Regel an Lebewesen, denen aufgetragen wird, etwas zu tun. Hierbei steht das Prädikat immer an der ersten Stelle im Satz. Das Verb befindet sich im Imperativ, also in der Befehlsform.

Beispiele:
Geh nach Hause!
Lass mich in Ruhe!
Verschwinde!

Ein Aufforderungssatz wird für Befehle, Bitten, Vorschläge und Anleitungen verwendet. Ein Ausrufezeichen beendet in der Regel den Satz. Aufforderungssätze unterscheiden sich je nach Art des Satzes.

Beispiele:
Einfache Befehle:            Komm her!
                                               Lauf schneller!
                                               Sei doch ruhig!
Bitten:                                  Gib mir bitte den Kugelschreiber.
                                               Bitte nehmen Sie Platz.
Vorschläge:                       Fahren wir mit Aussage drei fort.
Anleitungen:                     Ordnen Sie alle Teile wie beschrieben an.

Fragesätze
Fragesätze werden formuliert, um etwas in Erfahrung zu bringen. Das Prädikat steht meist an zweiter Stelle im Satz. Das Typische für einen Fragesatz ist das Fragewort.

Fragesätze können mit einleitendem Fragewort formuliert werden. Das Fragewort steht dabei am Satzanfang und das Prädikat folgt an der zweiten Stelle.

Beispiele:
Warum gehst du weg?
Wo willst du hin?

Diese Form des Fragens wird auch als Ergänzungsfrage bezeichnet, weil nach einem bestimmten Satzglied gefragt wird.

Beispiel:
Wen willst du sehen? (Frage nach dem Akkusativobjekt)

Alle Fragewörter für Ergänzungsfragen beginnen mit einem „W“, daher nennt man sie auch W-Fragen:  Wer, Was, Wie, Wieso, Weshalb, Warum, Wo, Wann, Wodurch, Womit, Woran, Wie lange, Wie viele, Welcher, Welche, Welches.

Entscheidungsfragen verlangen eine konkrete Antwort, nämlich „Ja“ oder „Nein“. Fragewörter kommen nicht vor.

Beispiel:
Kommst du mit?

Bestätigungsfragen sind Fragen, bei denen man bereits eine bestimmte Antwort erwartet. Sie sind wie ein normaler Aussagesatz aufgebaut, enden aber mit einem Fragezeichen.

Beispiel:
Sie waren hier noch nie?

Die rhetorische Frage ist eine Frage, auf die man keine Antwort hören will. Es handelt sich um Ergänzungs- oder Entscheidungsfragen, die meistens über zusätzliche Adverbien verfügen. Diese Adverbien sollen dem Hörer deutlich machen, dass er nicht zu antworten braucht.

Beispiel:
Kannst du das nicht endlich mal lassen?
Was ist denn das schon wieder?

Wunschsätze, Ausrufesätze und verkürzte Sätze
Wunschsätze, Ausrufesätze und verkürzte Sätze sind Sonderformen des Hauptsatzes. Ihr Aufbau unterscheidet sich von den normalen Satzbauregeln.

Der Wunschsatz
Hierbei steht das Prädikat im Konjunktiv.

Beispiele:
So bleibe er doch!
Wenn du doch nur gekommen wärst?

Der Ausrufesatz
Ein Ausrufesatz wird genutzt, um Verwunderung oder Bewunderung auszudrücken. Die Stellung des Prädikats ist nicht festgelegt und ein Wort im Satz wird meist besonders betont.

Beispiele:
Was wir nicht alles schon zusammen geschafft haben!
Ist das aber eine schöne Aussicht!

Der verkürzte Satz
Bei den Kurzformen fehlen wichtige Satzglieder. Die verkürzten Sätze werden auch Ellipsen genannt. Man verwendet sie vor allem in der gesprochenen Sprache. Sie sind stark vom jeweiligen Kontext abhängig.

Beispiele:
Glück gehabt!
Zum Marktplatz?

Hauptsätze können miteinander verbunden werden. Die Verbindungen sind dann entweder ein Satzgefüge oder eine Satzreihe.

Die Satzreihe
Die Satzreihe ist eine Aneinanderreihung gleichwertiger Hauptsätze.

Beispiel:
Der Hund bellt und der Vogel singt.

Das Satzgefüge
Ein Satzgefüge ist dann vorhanden, wenn ein Hauptsatz mit einem abhängigen Nebensatz gekoppelt ist.

Beispiel:
Der Sänger freut sich, weil er den Wettbewerb gewonnen hat.

Nur der erste Teil vor dem Komma ist ein Aussagesatz, also ein Hauptsatz. Der zweite Teil ist ein Nebensatz, der vom Hauptsatz abhängig ist, denn durch ihn erhält der Nebensatz seine Bedeutung.

Die Kunst besteht nicht darin, lange Sätze zu formulieren, sondern sie möglichst kurz zu halten. Faustregel: Eine Aussage pro Satz!