Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

Gute und verständliche Texte sind eine Freude für den Leser. Sie wecken Neugier, Interesse und Lust am Lesen. Gute Texte garantieren nicht nur, dass die Botschaft den Leser erreicht, sondern sie schaffen auch eine Sympathie seitens des Lesers. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was gute Texte kennzeichnet und wie man sie schreiben kann.

Montag, 30. April 2012

Der berühmte erste Satz


Der erste Satz eines Textes ist der wichtigste. Hier entscheidet der Leser, ob er weiterlesen will oder nicht.


Ganz gleich, welcher Text geschrieben wird, der erste Satz ist das Aushängeschild und das Lockmittel des Autors. Im ersten Satz zeigt sich das Fingerspitzengefühl des Schreibers, mit welchem er die Leser zum Weiterlesen motiviert.

Damit der erste Satz ein guter Einstieg in den Text wird, sollte er Spannung erzeugen und Neugier wecken. Mit einer einfachen Sprache sollte ein Höchstmaß an Spannung erzielt werden. Dies hat in erster Linie die Funktion, dass jeder Leser den Satz sofort nachvollziehen kann und nicht über inhaltliche Hürden stolpert. Das Textverständnis ist die Voraussetzung für die Spannung. Dem Leser nützt es wenig, wenn er bereits im ersten Satz mit Wörtern konfrontiert wird, die er aufgrund seines mangelnden Vorwissens gar nicht kennen kann.

Möglichkeiten der Spannungserzeugung
Man kann eine Spannung im ersten Satz auf verschiedene Weise erzeugen. Um sich für die beste Variante zu entscheiden, sollte man zuvor überlegen, an wen sich der Text richtet, welches Vorwissen in der Zielgruppe vorhanden ist und welche Wörter eine bestimmte Signalwirkung erzeugen können.

Szene
Eine einfache Möglichkeit, Spannung zu erzeugen, ist es, eine ganz bestimmte Szene wörtlich darzustellen. Mit plastischen Wörtern kann man ein starkes Bild im Kopf des Lesers erzeugen und damit zugleich Emotionen wecken.
Beispiel: Der Gärtner kniet in der feuchten Erde und atmet den Duft der Rosensträucher ein.

Zitat
Wer mit einem Zitat den ersten Satz beginnt, der beruft sich auf eine andere Autorität, nämlich auf den Urheber des Zitates. Damit kann eine gewisse Neugier bei den Lesern geweckt werden, weil diese mit dem Erfahrungsschatz eines anderen Menschen konfrontiert werden. Bei der Wahl des Zitates ist darauf zu achten, dass es möglichst direkt mit dem Inhalt des Textes verbunden ist. Es sollte kurz sein und dennoch Emotionen und Bilder beim Leser wecken können.

In bestimmten Fällen kann man auch Zitate von berühmten Menschen verwenden. Wenn man sich auf die Worte berühmter Menschen bezieht, weckt dies Neugier, weil die Leser den Namen der berühmten Person in der Regel kennen und den Text sofort mit diesem Menschen assoziieren. Der Urheber sollte bekannt genug sein und das Zitat muss zum Thema passen.

Scheinbare Widersprüche
Ein Widerspruch, der nicht aufgehoben wird, erzeugt Spannung, da man als Leser wissen möchte, wie die Lösung des Paradoxons ist. Das Ziel sollte es sein, im ersten Satz einen Widerspruch zu verankern, der im Text zum „roten Faden“ wird und erst am Ende aufgelöst wird.
Beispiel: Der Markt an … ist gesättigt, dennoch gibt es unzählige Möglichkeiten in dieser Situation viel Geld zu verdienen.

Direkte Anrede
Sprechen Sie die Leser direkt an. Sagen Sie ihnen, was sie sich vorstellen sollen. Dies weckt die Kreativität beim Leser und ermöglicht eine gute Anschauung des Inhalts.
Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie müssten morgen ein neues Auto kaufen. Zu welchem Händler würden Sie gehen?

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