Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

Gute und verständliche Texte sind eine Freude für den Leser. Sie wecken Neugier, Interesse und Lust am Lesen. Gute Texte garantieren nicht nur, dass die Botschaft den Leser erreicht, sondern sie schaffen auch eine Sympathie seitens des Lesers. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was gute Texte kennzeichnet und wie man sie schreiben kann.

Sonntag, 24. Juni 2012

Einführung in das Schreiben einer Rede




Unter einer Rede versteht man eine mündliche Mitteilung von einem Redner an eine bestimmte Hörerschaft. Als Rede im weiteren Sinne wird auch das schriftliche Manuskript bezeichnet, welches der Redner selbst oder ein Redenschreiber verfasst hat.

Wer eine Rede schreiben möchte, muss bereits im Vorfeld eine Verbindung zu der Hörerschaft hergestellt haben. Diese Verbindung ermöglicht es ihm, Worte zu wählen, die das Publikum erreichen können. Nichts ist schlimmer für einen Redner und dessen Publikum, als eine Rede vorzutragen, die über die Hörerschaft hinweg geht und keinen einzigen Teilnehmer erreichen kann.

Als Ghostwriter bzw. als Redenschreiber ist es wichtig, sich nicht nur dem Publikum anzunähern, sondern auch den Geist des Redners zu erspüren, um eine Rede verfassen zu können, die die Erwartungen des Publikums einerseits erfüllt und zum anderen dem Redner eine Authentizität ermöglicht, mit der er seine Botschaft selbstsicher und überzeugend vermitteln kann.


Die Absicht muss klar sein

Bevor eine Rede niedergeschrieben wird, muss man sich über die Absicht im Klaren sein. Anlass, Zweck und Angemessenheit sind drei sich gegenseitig bedingende Variablen, die im Vorfeld berücksichtigt werden müssen.  In der praktischen Arbeit hat sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen diesen drei Faktoren bewährt. Der Aufwand zur Produktion einer Rede sollte dem Zweck und dem Anlass der Rede gegenüber angemessen sein.

Es empfiehlt sich daher, folgende Fragen zu beantworten:
-          Was für ein Publikum ist zu erwarten?
-          Was soll mitgeteilt werden?
-          Welche Möglichkeiten hat man zur Vermittlung der Botschaft?
-          Welche Gelegenheit wird für die Rede ergriffen?
-          Welcher Redestil ist angemessen?
-          Wie lange soll die Rede dauern?
-          Kann ein Imagegewinn erzielt werden?


Das Publikum muss erreicht werden

Eine Rede, die Spannung erzeugt, die Erwartungen aufbaut und die die Hörer von einer Aussage zur nächsten lenken kann, ist besser als eine von Fakten und sachlichen Darstellungen geprägte Rede, die rasch Langeweile erzeugen kann.

Das bedeutet nicht, dass man auf Fakten verzichten soll. Im Gegenteil! Es ist wichtig, Fakten darzustellen, es kommt aber darauf an, wie man sie darstellt. Zunächst muss der Zeitrahmen einer Rede berücksichtigt werden. Man kann in 10 Minuten nicht zahlreiche Fakten aufzählen und erwarten, dass die Zuhörer am Ende der Rede wüssten, worum es dem Redner gegangen ist. Die Kunst besteht darin, so viele Fakten wie notwendig zu integrieren und diese so aufzuarbeiten, dass sie einprägsam sind.

Hierbei kann man sich auf die W-Fragen beschränken:
Was? (Thema)
Wo? (Ort/Einordnung)
Wann? (Zeit)
Wer? (Betroffene/Teilnehmer etc.)
Wie? (Vorgehensweise/Methode etc.)
Warum? (Grund/Anlass)
Wem? (Nutzen: Wem nützt es?)

Wenn man sich an diesen einfachen Fragen orientiert, kann man in präziser Form wichtige Informationen bekanntgeben und darüber hinaus einen „roten Faden“ in der Rede herstellen, der es den Hörern erlaubt, den Worten zu folgen.


Botschaft und Erwartung sind zwei Pole, die verbunden werden müssen

Als Redner und Redenschreiber steht man zwischen der Botschaft, die vermittelt werden soll und den Erwartungen des Publikums. Beide Pole müssen so vereint werden, dass die Botschaft die Erwartungen der Hörerschaft erreichen kann. Dies gelingt, wenn man sich auf die Erwartungen des Publikums einlässt und die Publikumsperspektive übernimmt.

Als Redenschreiber sind folgende Fragen wichtig:
1.       Warum will der Redner zu dem Publikum sprechen?
2.       Was sind die Kerngedanken, die das Publikum erreichen sollen?
3.       Passen die äußeren Bedingungen zur Rede?

Diese drei Bereiche sind die Grundlage, auf der der Redestoff strukturiert und bearbeitet werden kann. Inhalt, Absicht und der äußere Rahmen (Ambiente) sind wichtige Kriterien, die beim Schreiben berücksichtigt werden sollten.

Die Sicht auf Inhalt und Absicht der Rede haben nur einen Pol, nämlich die Botschaft, fixiert. Der zweite Pol, die Erwartung, muss aus einer weiteren Sicht berücksichtigt werden: Die Rede muss Motivation zum Zuhören schaffen. Informieren, Überzeugen, Motivieren sind drei wichtige Schritte zur Zusammenfügung von Botschaft und Publikumserwartung. Um die Erwartungen des Publikums zu treffen, sollte man sich folgende Fragen stellen:

1.       Welche Relevanz hat der Redeninhalt für die Zuhörer?
2.       Welche Rolle hat der Redner für das Publikum?
3.       Welche Gründe gibt es, sich die Rede anzuhören?
4.       Welches Vorwissen bringt das Publikum mit?
5.       Welche Einstellungen gibt es zum Thema?
6.       Welchen Nutzen können die Zuhörer aus der Rede ziehen?

Diese Grundelemente sind wichtig, wenn man eine treffende Rede verfassen möchte. Darauf aufbauend, muss der Redenschreiber einen individuellen Zugang zum Thema, zum Redner und zum Publikum finden, damit er in angemessener Weise eine klare Botschaft in Form einer Rede verfassen kann. Materialsammlung, Recherche, Strukturierung, Ausdruck und Rhetorik sind weitere zentrale Arbeitsschwerpunkte, die beim Redeschreiben beachtet werden müssen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen