Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

Gute und verständliche Texte sind eine Freude für den Leser. Sie wecken Neugier, Interesse und Lust am Lesen. Gute Texte garantieren nicht nur, dass die Botschaft den Leser erreicht, sondern sie schaffen auch eine Sympathie seitens des Lesers. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was gute Texte kennzeichnet und wie man sie schreiben kann.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Stilvoll schreiben


Hinweise für eine verständliche Textarbeit
Richtig schreiben zu können, heißt nicht nur die Regeln der Rechtschreibung und der Grammatik zu befolgen, sondern auch mit einem Höchstmaß an Stil und Ausdrucksstärke zu schreiben.

Es geht einzig um die Leser
Stil und Ausdrucksstärke können durch regelmäßiges Üben verbessert werden. Wofür sich jedoch ein Gefühl entwickeln muss, ist das Vermögen, auf die Lesergruppe einzugehen. Dies ist nur über den Weg der Erfahrung – also über den direkten Leserkontakt – nötig. Wolf Schneider formulierte die Konzentration auf die Leserschaft wie folgt: 

„Einer muss sich quälen – entweder der Leser oder der Autor. Da der Autor ein Interesse daran hat, dem Leser etwas mitzuteilen, sollte er es sein, der sich quält.“

Ein guter Stil ist mehr als nur eine treffende Wortwahl zu finden. Es ist vielmehr die Fähigkeit, den Text so verständlich wie möglich zu verfassen und so zielgruppenorientiert wie möglich zu arbeiten. Ein guter Stil ist demnach eine gute Ausdrucksstärke und eine sehr hohe Verständlichkeit der Textinhalte. Beides ergänzt sich einander. Ein verständlicher Text verfügt über vier grundlegende Kriterien:

  • Einfachheit
  • Struktur
  •  Prägnanz
  •  Interessante und anregende Zusätze (Bsp. Anekdoten oder lebensnahe Beispiele)

Das Wichtigste, was ein Autor beachten muss, ist die Frage nach dem Sinn: Warum sollen die Leser diesen Text lesen? Diese Frage sollte möglichst im Text – am besten bereits im ersten Absatz – beantwortet werden können.

Um einen Leser mit dem eigenen Text zu erreichen, muss man die Perspektive des Lesers übernehmen können. Darum ist es wichtig, Fragen nach dessen Hintergründen zu stellen. Zum Beispiel: Welches Vorwissen könnte er haben? Was für Fachausdrücke könnte er beherrschen? Wie viel Zeit hat er zum Lesen zur Verfügung? Diese Fragen sind richtungsweisend für den Stil, mit dem man den Text schreiben wird. Wenn es sich beispielsweise um die Zielgruppe der Jugendlichen handelt, so sollte der Schreibstil eher locker und lustig sein. Schreibt man dagegen für Geschäftsmänner über 50, sollte man seriös und sachlich schreiben. 

MERKE:  Der Leser soll den Text lesen. Versetzen Sie sich in Ihre Leser und überlegen Sie, wie diese Ihren Text lesen würden. Passen Sie entsprechend Ihren Stil an.

Klares Deutsch statt umständliche Ausdrücke
Ein guter Stil entwickelt sich durch die Wahl treffender Ausdrücke. Wem es gelingt, in einer einfachen Sprache zu schreiben, der verfasst seinen Text verständlich und macht ihn lesenswerter. Nichts kann einen Leser mehr abschrecken, als mit einer Fülle an Fremdwörtern konfrontiert zu werden. Auch zu lange Sätze schrecken die Leser ab, da es mit der zunehmenden Länge schwieriger wird, den Gedanken des Autors zu folgen.

Je klarer man sich ausdrücken kann, desto besser kommt der Text – und damit auch der Autor – an. Komplizierte Sachverhalte einfach darzustellen, ist eine eigene Kunst. Es ist zugleich der Prüfstein, an dem gemessen wird, ob und inwieweit der Autor selbst den Sachverhalt verstanden hat. Schreibt er klar und logisch oder verbirgt er sich hinter hochgestochenen Formulierungen? 

Für ein gutes und klares Deutsch sind folgende einfache Regeln zu beachten:
-          Streichen Sie Überflüssiges (Füllwörter, Adjektive, Vorsilben …)!
-          Finden Sie die passenden Worte (Synonyme und Mehrdeutigkeiten klären)!
-          Schreiben Sie lebendig (Verben nutzen und für die Sinne schreiben)!
-          Halten Sie die Sätze übersichtlich (Pro Satz ein Gedanke)!
-          Gliedern Sie den Text (Zwischenüberschriften, Absätze, Zusammenfassungen)!

Wer seinen Ausdruck verbessern möchte, muss seinen Ausdruck auch kontrollieren. Überprüfen Sie darum Ihre Texte auf sprachliche Marotten. Darunter sind sämtliche Sprachmängel zu verstehen, die den Ausdruck verschlechtern und die Verständlichkeit des Textes erschweren. Die Marotten können sich im Laufe der Jahre fest angewöhnt haben. Typische Beispiele sind falsch platzierte Apostrophe oder Anführungszeichen. Auch das unnötige Setzen von Klammern kann zu einer störenden Angewohnheit beim Schreiben werden. Ein weiteres Beispiel ist der unreflektierte Einsatz englischer bzw. „denglischer“ Wörter.

MERKE: Der Ausdruck verrät viel über den Autor. Ist dieser in der Lage, Kompliziertes einfach auszudrücken und es damit für jeden Leser verständlich zu machen oder schreibt er unnötig kompliziert und verwirrend?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen