Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

Gute und verständliche Texte sind eine Freude für den Leser. Sie wecken Neugier, Interesse und Lust am Lesen. Gute Texte garantieren nicht nur, dass die Botschaft den Leser erreicht, sondern sie schaffen auch eine Sympathie seitens des Lesers. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was gute Texte kennzeichnet und wie man sie schreiben kann.

Sonntag, 24. Juni 2012

Wie schreibt man eine Biografie?




Eine Biografie ist ein erzählter Sinnzusammenhang über ein Leben unter einer ganz bestimmten Intension.


Unter einer Biografie versteht man die Lebensbeschreibung einer bestimmten Person. Es geht dabei um die Präsentation ihres Lebenslaufes. Eine gängige Form der Biografie ist die Autobiografie. In ihr stellt der Autor selbst sein Leben vor.

Das wohl wichtigste Merkmal einer guten Biografie ist, dass sie einen Sinnzusammenhang aufweisen kann. Es genügt nicht, einfach den Werdegang eines Menschen niederzuschreiben, seine Lebensstationen zu beschreiben oder seine Beziehungen schriftlich zu fixieren. Eine Biografie muss einen Sinn vermitteln können. Das bedeutet, es muss eine ganz bestimmte Botschaft vermittelt werden. Ein Sinnzusammenhang ist mehr als die logische Verbindung von Ursachen und Wirkungen. Es geht um die Kombination von Zeit und Inhalt, mit der eine Aussage kommuniziert werden kann.

Damit eine Biografie nicht zu einer langweiligen Aneinanderreihung von Fakten und Lebensdaten wird, ist es wichtig, das eigene Leben bewusst zu reflektieren.

Diese Reflexion kann auf vielerlei Weise geschehen. Man kann alte Fotos betrachten und die damit verbundenen Gedanken und Gefühle festhalten. Man kann aber auch alte Zeitungen aufschlagen und mit den darin enthaltenen Nachrichten auf bestimmte Ereignisse im eigenen Leben schließen. Man kann zudem in Kontakt mit Menschen treten, die einem einst zur Seite standen. Eine sehr gängige Methode ist das systematische Befragen. Ganz gleich, ob man eine Biografie für jemand anderen schreiben will oder ob man als Autobiograf tätig werden möchte: Ein ausgereifter Fragenkatalog ermöglicht eine umfassende Annäherung an die Vergangenheit und gestattet Rückschlüsse auf die gegenwärtige Situation.

Bei einer Biografie ist eine systematische Aufarbeitung der Lebensinhalte wesentlich. Diese Aufarbeitung kann durch gezielte Fragen geschehen.

Bevor man sich daran macht, eine Biografie zu schreiben, muss eine Frage geklärt sein: Warum möchte ich eine Biografie schreiben bzw. schreiben lassen? Hierauf muss jeder selbst die passende Antwort finden. Man kann zum Beispiel für die eigene Familie das Leben reflektieren. Darüber hinaus kann es sein, dass man mit seiner Biografie bestimmte Entscheidungen erklären will. Die Antworten können sehr vielfältig sein. Je nach Motiv müssen die weiteren Fragen arrangiert werden.

Wem es gelungen ist, seine Absicht klar zu formulieren, der muss sich als nächstes fragen, wie er sich bestmöglich an sein Leben erinnern kann. Viele Menschen erinnern sich, wenn sie mit visuellen Quellen konfrontiert werden; hierzu zählen zum Beispiel Bilder, Filme, Fotos, Plakate, Briefmarken usw.

Da Erinnerungen nur selten systematisch ins Bewusstsein kommen, sollte man immer einen Notizblock bei sich tragen, um die spontanen Erinnerungen schnell festhalten zu können. Ein Diktiergerät kann dabei ebenso hilfreich sein.

Die gesammelten Erinnerungen müssen strukturiert werden. Das bedeutet, dass sie nach einem bestimmten Maßstab sortiert und selektiert werden müssen. Je nach Schwerpunkt, entscheidet sich hier das weitere Vorgehen. Bei der Aufarbeitung der Erinnerungen ist es auch wichtig, außenstehende Erinnerungsfragmente zu integrieren. Die eigene Wahrnehmung und somit auch die eigene Erinnerung sind subjektiv. Das bedeutet, sie ist von ganz bestimmten Motiven geprägt. Um für ein umfassenderes Bild zu sorgen, ist es also wichtig, auch andere Erinnerungen zuzulassen. So kann man beispielsweise alte Freunde aufsuchen und sich nach deren Erinnerungen erkundigen.

Eine Biografie kann je nach Schwerpunkt unterschiedlich verfasst werden

Als Autor einer Biografie kann man Memoiren verfassen, deren Zentrum die Betrachtung ausgewählter Ereignisse ist. Bei Memoiren geht es darum, Zusammenhänge und Hintergründe aufzudecken. Weiterhin kann man eine Lebenserinnerung schreiben. Dabei handelt es sich um ausgesuchte Erfahrungen, die auf bestimmte Lebensabschnitte begrenzt sind. Die einfachste Form der Biografie ist die Darstellung des Lebens in einer chronologischen Entwicklung. Hier kann man die Chronik als Alternative auflisten, denn bei ihr geht es um eine historische Darstellung vergangener Ereignisse.

Zusammenfassung

Das Wichtigste an einer Biografie ist die beabsichtigte Wirkung. Die Frage „Wozu soll eine Biografie verfasst werden?“ muss prägnant beantwortet werden, damit auf das Ziel zugearbeitet werden kann. Anschließend geht es darum, Erinnerungen aufzuarbeiten und so zu artikulieren, dass sie für die Leser verständlich sind. Es muss ein Sinnzusammenhang erstellt werden, der in sich logisch ist und Aufschluss über die Erfahrungen und Erkenntnisse der jeweiligen Person gibt. Das Erinnerungsmaterial muss sortiert werden und nach Möglichkeit mit anderen Eindrücken abgeglichen werden. Nichts ist schlimmer als eine Biografie, die auf Halbwahrheiten fußt, verzerrte Erinnerungen wiedergibt und dem Leser nicht sagen kann, wozu er die Biografie eigentlich liest.

Wer sich nicht selbst die Arbeit machen möchte, eine Biografie zu schreiben, der kann einen Ghostwriter engagieren, der darauf spezialisiert ist, Werke im Namen Dritter zu verfassen. Es gibt spezielle Biografen, deren einziges Betätigungsfeld das Schreiben von Biografien ist. Ein geschichtswissenschaftlicher Hintergrund sollte eine Voraussetzung für einen guten Biografen sein, denn dieser versteht es, mit dem historischen Material zu arbeiten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen