Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

Gute und verständliche Texte sind eine Freude für den Leser. Sie wecken Neugier, Interesse und Lust am Lesen. Gute Texte garantieren nicht nur, dass die Botschaft den Leser erreicht, sondern sie schaffen auch eine Sympathie seitens des Lesers. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was gute Texte kennzeichnet und wie man sie schreiben kann.

Montag, 23. Juli 2012

Die Gliederung – das Skelett des Textes


Eine formal-logisch einwandfreie Gliederung ist die Grundlage für eine erfolgreiche Textarbeit, denn sie ermöglicht eine in sich geschlossene Gedankenführung.

Die Gliederung ist das Skelett des Textes
(Foto: Christine Schmidt  / pixelio.de)


Zum wissenschaftlichen Schreiben wie zum Verfassen von Sachbüchern gehört es, das Arbeitsthema so zu gliedern, dass eine logische Gedankenfolge entsteht. Diese ist nicht nur für den Autor wichtig, sondern vor allem auch für den themenfremden Leser, der ein „Treppengeländer“ benötigt, an dem er sich Stück für Stück durch den Text arbeiten kann. Die besten und wertvollsten Informationen nützen Ihnen nichts, wenn Sie nicht in der Lage sind, diese in angemessener Weise zu sortieren, zu selektieren und Zusammenhänge zwischen den einzelnen Informationen herzustellen. Eine Gliederung ist vor allem dann von besonderer Wichtigkeit, wenn es in der Arbeit darum geht, zu argumentieren, wenn also etwas belegt werden soll. Bei Argumentationen sollte man immer eine thematisch logische Folge der einzelnen Argumente erstellen, bei der es zu keinen unnötigen Wiederholungen der Argumente kommt.

Einen Text zu gliedern, heißt den Inhalt zu trennen und zu vereinen
Eine Gliederung ist keine einfache Reihenfolge des Textinhalts von der Einleitung bis zum Schluss, sondern sie repräsentiert das Vorgehen des Autors. In der Gliederung zeigt sich, welche Inhalte der Autor unter ein Thema stellt, welche Inhalte er klar voneinander trennt und wie die Inhalte zueinander in Verbindung stehen.

Die Gliederung ist das Skelett des Textes. Sie ist seine innere Struktur, an der die einzelnen Inhalte wie die Muskeln und Sehnen am menschlichen Körper befestigt sind. Die Struktur und die verschiedenen Textinhalte sind die grundlegenden Bausteine der Arbeit. Wenn ein Text keine Struktur aufweist, so gibt es keinen inneren Zusammenhang, folglich ist kein Konzept vorhanden und die Wirkung des Textes verpufft an der Verwirrung der Leser, die sich verloren wie in einem Labyrinth vorkommen.

Eine Gliederung ist immer vom Thema abhängig. Ein Sachbuch über Heilkräuter wird anders gegliedert als eine wissenschaftliche Arbeit über die Konvergenz oder Divergenz des Konsumverhaltens am Beispiel von Deutschland. Dennoch gibt es grundlegende Merkmale, die allgemeingültig sind und auf jede Gliederung angewendet werden sollten.

Die Gliederung muss formal-logisch einwandfrei sein
Eine gute Gliederung erkennt man an der inneren Geschlossenheit des Themas. In der Regel enthält eine Gliederung Oberpunkte und Unterpunkte. Die Unterpunkte sind dabei eine Untermenge der Oberpunkte und sollten auch so gekennzeichnet werden.

Beispiel:
1. Oberpunkt 1
1.1 Unterpunkt 1
1.2 Unterpunkt 2
2. Oberpunkt 2
2.1 Unterpunkt 1
2.2 Unterpunkt 2

Überleitungen veranschaulichen das weitere Vorgehen
Die Unterpunkte sollten Konkretisierungen der Oberpunkte sein. Der Leser muss erkennen können, dass die Unterpunkte einen gesonderten Teilinhalt der Oberpunkte darstellen. Es wird zudem empfohlen, die einzelnen Gliederungspunkte im Text durch Überleitungen zu verbinden. Dies ist aber nicht zwingend erforderlich, da die Überschriften – sofern sie prägnant formuliert sind – Aufschluss über den Inhalt der Unterpunkte geben.

Achten Sie darauf, dass zwischen einem Oberpunkt und einem Unterpunkt ein kleiner einleitender oder weiterführender Text steht. Reihen Sie keine Unterüberschrift direkt unter eine Oberüberschrift. Nutzen Sie die Überleitungen zur Darstellung der weiteren Vorgehensweise. Oftmals wird einfach nur geschrieben, was im folgenden Kapitel als Inhalt erscheint. Das ist unnötig, denn diese Information können die Leser aus dem Inhaltsverzeichnis ablesen.

Die Gliederung sollte einfach und präzise sein
Da die Gliederung das Gerüst des Textes ist und im Inhaltsverzeichnis angegeben wird, sollten die einzelnen Überschriften möglichst klar und präzise formuliert sein. Dadurch hat der Leser die Möglichkeit, die Inhalte besser zu erfassen. Kurze und eindeutige Überschriften sind immer langen und mehrdeutigen Formulierungen vorzuziehen. Jede Überschrift sollte stets einen konkreten Bezug zum Inhalt haben und mit Schlüsselwörtern gekennzeichnet werden.