Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

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Montag, 10. Juni 2013

Annäherung an den Redestoff



Der Redestoff ist der Inhalt einer Rede, der gezielt herausgearbeitet und systematisiert wurde.


Rainer Sturm  / pixelio.de



Die Grundlage einer Rede ist die Fokussierung des Redenschreibers auf die Erwartungen der Zuhörer. Eine Rede darf keinesfalls mit einem Monolog verwechselt werden, auch wenn der Redner der einzige ist, der etwas zu sagen hat. Eine Rede, sofern sie „ankommen“ soll, muss ein Dialog zwischen dem Redner und seinem Publikum sein. Dieser Dialog funktioniert, wenn es dem Redenschreiber gelungen ist, den Inhalt der Rede so aufzuarbeiten, dass das Publikum geführt werden kann.

Die W-Fragen für mehr Spannung in der Rede
Eine sehr allgemein gehaltene Systematik für den Redestoff sind die sogenannten W-Fragen. Damit kann man den Redestoff schon mal gut selektieren, weil man nur das Nötigste in die Rede übernimmt. Dadurch beugt man Langeweile vor, weil man nicht vom Hundertsten ins Tausendste gerät. Die sieben „W“ sind sowohl für journalistische Texte, als auch für Reden nutzbar:

1. Was ist neu? Um was geht es?
2. Wo findet das Ereignis bzw. die Sache statt?
3. Wann hat es sich zugetragen oder wann wird es sich zutragen?
4. Wer hat mit der Sache zu tun?
5. Wie wird die Sache realisiert?
6. Warum ist die Sache so wie sie ist und nicht anders?
7. Wem nützt es? Wem schadet es?

Für eine ganz bestimmte Rede dürfen diese Fragen nur annähernde Leitfragen sein. Es muss darüber hinaus weiter nach Inhalten recherchiert werden, um auf die Erwartungen des Zielpublikums exakt eingehen zu können.

Nach den Erwartungen der Zuhörer fragen
Als Redenschreiber ist es ungemein wichtig, sich im Vorfeld ein genaues Bild von dem Publikum zu machen. Was erwartet das Publikum vom Redner? Auch hier bieten sich Fragen an, um eine konkrete Vorstellung von den Zuhörern zu bekommen. Sechs wichtige Fragen sind:

1. Was geht die Zuhörer diese Rede an?
2. Was repräsentiert der Redner für die Zuhörer?
3. Warum sind die Zuhörer überhaupt hier?
4. Über welches Vorwissen verfügen die Zuhörer?
5. Welche Einstellungen haben die Zuhörer zum Thema der Rede?
6. Wie nützt das Thema den Zuhörern?

Diese Fragen müssen im Verlauf des Arbeitsprozesses weiter konkretisiert werden. Welche Sprache sprechen die Zuhörer? Welcher Stil ist angemessen? Sind Fachleute anwesend? Wollen die Zuhörer ihr Wissen vertiefen? Hierbei wird ersichtlich, wie wichtig der Bezug zum Publikum ist, um eine angemessene Rede zu verfassen. Immer wieder werden Reden gehalten, die langweilig sind und die die Zuhörer zum ungeduldigen Ruhigsein verdammen. Das liegt meistens daran, dass der Redner entweder glaubt, alle seine Zuhörer wüssten genauso viel wie er, oder er glaubt, sie wüssten gar nix und darum müsse er das Thema beim Urschleim beginnen lassen. In beiden Fällen denkt der Redner zu sehr von sich aus und berücksichtigt nicht die Sicht des Publikums.

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