Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

Gute und verständliche Texte sind eine Freude für den Leser. Sie wecken Neugier, Interesse und Lust am Lesen. Gute Texte garantieren nicht nur, dass die Botschaft den Leser erreicht, sondern sie schaffen auch eine Sympathie seitens des Lesers. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was gute Texte kennzeichnet und wie man sie schreiben kann.

Montag, 20. Oktober 2014

Themen richtig formulieren



Bei wissenschaftlichen Arbeiten und Sachliteratur ist die Konkretisierung des Themas für den Arbeitserfolg unabänderlich.

Vielleicht geht es Ihnen ja gerade so: Sie haben eine Idee im Kopf, zu der Sie gerne einen Text schreiben wollen. Dabei soll es sich um einen Sachtext oder einen wissenschaftlichen Text handeln. Die Idee ist noch sehr vage bzw. ist das Thema, über welches Sie schreiben wollen, noch ziemlich breit gefächert und Ihnen fällt der Anfang des Schreibens schwer: Wo nur anfangen? Was gehört in den Text, was nicht? Wann ist das Thema verfehlt? Wie kann Spannung erzeugt werden? Wie kann der Inhalt gegliedert werden? – Auch wenn diese Fragen nicht immer bewusst auftauchen, so sind sie die Leitfragen für eine effektive Textarbeit, an deren Anfang die Eingrenzung des Themas steht.

Das Thema – Grenze und Möglichkeit des Autors

Das Thema bestimmt maßgeblich den Aufbau und den Inhalt eines Textes – und somit das Vorgehen des Autors. Für eine zielführende Arbeit ist es notwendig, einen Rahmen zu setzen, in welchem gearbeitet werden kann. Außerdem können die Möglichkeiten ausgelotet werden, mit denen als Autor gearbeitet werden kann. Diese ergeben sich aus folgenden themenzentrierten Fragestellungen: Welche Inhalte sind für ein Thema relevant? Wie sollten diese aufgebaut werden, so dass Leser einen Mehrwert erhalten, das Thema konkret dargelegt wird und die Inhalte in ihrem sachlichen Charakter nicht gekürzt werden? Welche stilistischen Mittel bieten sich besonders an? Anhand dieser Fragen ergeben sich zwei wesentliche Bedingungen, die bei der Wahl des Themas bzw. bei dessen Formulierung berücksichtigt werden müssen:

I
Wenn ein Thema zu weit oder zu offen formuliert wird, gibt es keine klare Grenze und das Thema kann rasch verfehlt oder überschritten werden.

II
Wenn ein Thema zu eng oder zu starr formuliert wird, gibt es nur eine geringe Auswahl an Möglichkeiten der Textgestaltung, was den Lesefluss beeinträchtigen kann.

Damit ein optimales Gleichgewicht zwischen Grenzen und Möglichkeiten bestehen kann, ist es wichtig, das Thema benennen zu können. Dies ist in wissenschaftlichen Texten die Regel. Bei Sachliteratur – insbesondere bei Büchern – ist dies nicht immer der Fall, weil es in diesem Genre eher auf spannende Titel ankommt.

So finden Sie ein passgenaues Thema

Arbeiten Sie sich zunächst mit vorhandener Literatur in ein grobes Thema ein, welches Sie spezialisieren möchten. Sie können diese Spezialisierung aufgrund Ihrer persönlichen Erfahrungen vornehmen oder aufgrund der Kombination des groben Themas mit einem anderen Thema. So wäre es beispielsweise möglich, das grobe Thema „Zweiter Weltkrieg“ mit dem Thema „Deutsche Frauen“ zu kombinieren Daraus ließen sich verschiedene Fragestellungen ableiten, aus denen Themen formuliert werden können. Bleiben Sie immer so präzise wie möglich und finden Sie nach Möglichkeit ein konkretes Beispiel, mit welchem Sie Ihr Thema veranschaulichen können. Auch wenn Sie das Thema bei Ihrem Text nicht angeben müssen, ist es dennoch sehr hilfreich, den Inhalt auf einige wenige Worte zu reduzieren, mit denen die Aussage des Textes erfasst werden kann. Je präziser eine Themenstellung ist, desto besser können Sie mit dem Text und den dazugehörigen Materialien arbeiten, denn Sie wissen immer, wo Sie hin wollen.

Wenn Sie eine Idee zu einem Buch haben, welches Sie schreiben möchten, werden Ihnen vermutlich sehr viele Sachverhalte, Begriffe oder Beispiele in den Sinn kommen, die alle themenrelevant sind. Machen Sie aber nicht den Fehler und definieren ein viel zu komplexes Thema. Je komplexer ein Thema formuliert ist, desto undurchsichtiger ist der Inhalt. Vermeiden Sie auch beeindruckend klingende Floskeln. Bleiben Sie einfach, direkt und konkret.

Beispiel für eine schlechte Themenstellung:
Analyse des Frauenbildes im Zweiten Weltkrieg auf der Seite des Deutschen Reiches unter Berücksichtigung nationalsozialistischer Ideologie, Kriegsführung und Gesellschaft – ein Beitrag zur Geschlechterforschung im Spannungsfeld von Politik und Weiblichkeit im 20. Jahrhundert.

Beispiel für eine gute Themenstellung:
Das Frauenbild der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg.

Sie müssen nicht jeden Inhalt in das Thema packen. Viel wichtiger ist es, mit wenigen Worten Raum für das Thema zu schaffen, in welchen sämtliche Inhalte integriert werden können, die Teil der Gliederung sein sollen. Daher ist es ratsam, Thema und Gliederung parallel zu entwickeln, um sowohl die Themenstellung als auch die Gliederung den aktuellen Erkenntnissen anpassen zu können. Um ein passendes Thema zu definieren, benötigen Sie drei Impulse:

1. Sie müssen wissen, womit Sie sich beschäftigen wollen.
2. Sie müssen wissen, was Sie bereits wissen und was Sie mit dem Text in Erfahrung bringen wollen (bzw. der Leser).
3. Sie müssen wissen, wie Sie vorgehen wollen.

Anhand der beiden Beispiele ist ersichtlich, wie kompliziert klingende Themen vereinfacht werden können. Auch dies ist ein bewährtes Vorgehen, bei der Wahl des Themas. Sie können von der Komplexität zur Einfachheit gehen und schrittweise ein kompliziertes Thema vereinfachen. Das Wort „Analyse“ im obigen Beispiel hat keinen Bezug zu den anderen Bestandteilen des Themas und ist somit überflüssig. Es wird nichts über die Analyse gesagt und dass es sich bei der Beschreibung und/oder Erklärung des Frauenbildes um eine Analyse handelt, muss nicht explizit erwähnt werden. „auf der Seite des Deutschen Reiches“ ist ausreichend und muss nicht noch mit „unter Berücksichtigung nationalsozialistischer Ideologie …“ ergänzt werden. Umgekehrt ergibt es jedoch mehr Sinn und mehr Präzession, indem gleich von den Nationalsozialisten gesprochen wird und nicht vom Deutschen Reich. „Beitrag zur Geschlechterforschung“ ist kein zwingender Themenbestandteil, da dies dem Wort „Frauenbild“ immanent ist. Die Wortgruppe „im Spannungsfeld …“ ergibt sprachlogisch keine Sinn, weil sie zu unsauber formuliert wurde. Was genau ist das Spannungsfeld? Und wieso besteht es zwischen Politik und Weiblichkeit? Mit diesen Fragen wird der Leser alleine gelassen. Besser ist dagegen eine kurze und prägnante Formulierung, die ggf. sogar als Titel verwendet werden kann.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Einen Verlag finden – mit Strategie und Glück zur Publikation



Der Buchmarkt befindet sich in einer heftigen Wandlungsphase. Die Verlage werden mit einer Fülle an Manuskripten konfrontiert, die sie teilweise gar nicht bearbeiten können und im Internet sind immer mehr Angebote selbstständiger Veröffentlichungen zu finden. Braucht es heutzutage noch Verlage? Wie sind die Chancen, den richtigen zu finden?

Quelle: I-vista / pixelio.de


Wer ein Buch geschrieben hat, möchte es selbstverständlich auch an den Leser bringen. Wer als Zielgruppe über die eigene Familie und den Freundeskreis hinaus denkt, muss sich für eine Veröffentlichungsart entscheiden, mit der es möglich ist, ein größeres Publikum zu erreichen. Klassischerweise wendet man sich an einen Verlag, der das geschriebene Buch annimmt, sämtliche Veröffentlichungskosten trägt und letztlich das Buch publiziert. Seit einigen Jahren gibt es Alternativen zum Verlagswesen: Buchinhalte können heutzutage problemlos online gestellt werden. Sogar gedruckte Bücher sind ohne Verlag möglich und können ein großes Publikum erreichen – vorausgesetzt, die richtige Strategie wurde gewählt. Etwas Glück gehört von Natur aus immer dazu.

Ob Verlag oder unabhängige Publikation – das Buch muss gut sein!
Wie ein Buch veröffentlicht wird, ist nicht so entscheidend wie die Art und Weise der literarischen Arbeit. Zwar dominiert noch immer die Vorstellung, erstklassige Literatur würde sich nur in Verlagen finden, aber dies birgt einen Trugschluss in sich. Wenn ein Buch schlecht geschrieben wurde, ist es schlecht – ganz gleich, ob es in einem Verlag erschienen ist oder auf eine andere Weise veröffentlicht wurde. Das heißt, die Art und Weise der selbstständig publizierten E-Books oder On-Demand-Bücher können grundsätzlich genauso gut sein wie ein bei Suhrkamp erschienenes Taschenbuch.

Wer bewertet, ob ein Buch gut ist oder nicht? Letztlich handelt es sich um drei Instanzen, die ein Buch bewerten: der Autor, ein Verlag, die Leser inkl. Kritiker. Wer selbstständig veröffentlicht, lässt eine Instanz weg – den Verlag. Er wendet sich als Autor direkt an die Leser und diese können unmittelbar bestimmen, ob das Werk des Autors gelungen ist oder nicht. Der Nachteil ist, dass mit dem Ausbleiben eines Verlags eine Kontrollinstanz fehlt, die wichtige Erfahrungen im Literaturgeschäft gesammelt hat und weiß, worauf es bei guten Büchern ankommt. Dies kann aber auch ein Vorteil sein, denn oftmals richten sich Verlage ausschließlich am Mainstream aus und lassen den individuellen Gedanken der Autoren nur wenig Möglichkeiten. Außerdem ist noch lange nicht gesagt, dass ein Buch bei den Lesern gut ankommt, bloß weil ein Verlag vom Manuskript überzeugt ist. Deswegen gilt: Ein Buch ist gut, wenn es gut ist, egal, wo und wie es erscheint.

Einen Verlag finden
Um einen Verlag zur Publikation des eigenen Buches zu bewegen, muss dieser vom Inhalt des Buches und Stil des Autors überzeugt sein. Deswegen werden die Manuskripte gelesen und bewertet. Da viele Menschen den Wunsch haben, ein Buch zu veröffentlichen, werden die Verlage mit entsprechend viel Manuskriptmaterial versorgt. Teilweise kann die Wartezeit auf die Ergebnisse der Manuskriptprüfung über ein Jahr betragen. Und selbst wenn ein Manuskript akzeptiert wurde, dauert es immer nochmal eine längere Zeit, bis es dann auch tatsächlich erschienen ist. Die Verlage sind mit der Fülle an Manuskripteinsendungen überfordert und müssen nach einem strengen Maßstab selektieren. Hinzu kommen wirtschaftliche Interessen: Ein Buch sollte für Autor und Verlag keine Belastung sein, sondern langfristig eine Einnahmequelle. Deswegen müssen sich Verlage auch daran orientieren, was gerne und oft gekauft wird. Als verlagsunabhängiger Autor kann dies notwendig sein, muss es aber nicht. Dies hängt vom Einzelfall ab. Autoren, die gerne ihr Fachwissen präsentieren möchten und nicht von den Bucheinnahmen abhängig sind, können freier agieren als ein Autor, der mit dem nächsten Buch seine Miete finanzieren muss.

Wer über einen Verlag publizieren will, muss sich und sein Buchprojekt vorstellen. Er muss eine Leseprobe entsenden und dem Verlag darlegen können, wieso gerade dieses Manuskript vielversprechend ist. Das Alleinstellungsmerkmal ist ein entscheidender Faktor, um auf sich aufmerksam zu machen. Gerade als unbekannter Autor muss man mit dem Manuskript überzeugen. Etablierte Autoren können auf eine gute Reputation zurückgreifen, die manche Verlagsprüfung vereinfacht. Bei der Verlagssuche muss systematisch vorgegangen werden. Es ist unseriös und nicht zielführend, willkürlich Verlage anzuschreiben, ob Interesse am Manuskript bestehen würde. Besser ist es, sich eine Auswahl an Verlagen vorzunehmen, die thematisch zum Buch passen, und diese zu kontaktieren.

Wenn ein Verlag Interesse am Buchprojekt hat, muss eine Leseprobe zum Verlag gesendet werden. Diese kann entweder einzelne aussagekräftige Kapitel des Manuskripts oder das gesamte Manuskript beinhalten. Wichtig ist hier, eine möglichst fehlerfreie Version zu versenden. Ein Manuskript, das in seiner Form fertig ist, aber noch nicht auf Fehler untersucht wurde, ist eine schlechte Leseprobe. Lieber drei- bis viermal das ganze Manuskript durchlesen und Fehler ausbessern. Man kann das Buch auch Freunden oder Familienmitgliedern zum Lesen anbieten, damit diese auf mögliche Fehler aufmerksam werden.

Unverlangte Manuskripteinsendungen sind unhöflich und schaden dem eigenen Ansinnen, das Buch in einem Verlag unterzubringen. Besser ist es, vorab zu klären, ob der Verlag überhaupt Interesse hat. Hat er nämlich keines und erhält unverlangt ein Manuskript, landet dieses unter Umständen postwendend im Mülleimer des Lektors.

Im Internet kann man viele Verlage finden, die über einen Webauftritt erreichbar sind und meistens Informationen zur Manuskripteinsendung online gestellt haben. Man kann Verlage auch über die Bücher finden, die man bereits selbst besitzt. Oder man durchstöbert die Buchkategorien bei Amazon und guckt dort in den einzelnen Buchangeboten, welche Verlage vertreten sind. Druckkostenzuschussverlage sind immer abzulehnen. Auch wenn das Buch nur für einen selbst oder die eigene Familie ist. Man zahlt vielmehr hinein als herauskommt. Es ist ein Geschäft, das mit Hoffnungen funktioniert. In der Regel übernehmen seriöse Verlage alle Kosten, die zur Herstellung und Vermarktung eines Buches anfallen. Verlage, die dem Autor Leistungen in Rechnung stellen, wecken falsche Hoffnungen auf einen Bucherfolg oder Durchbruch als Autor. Statt die Druckkostenzuschussverlage zu wählen, kann man Bücher auch selbst veröffentlichen, ohne das Kosten anfallen. E-Books sind eine Möglichkeit, die Buchinhalte digital zur Verfügung zu stellen. Wer Print-Bücher möchte, kann sich an Dienstleister richten, die „Books on demand“ produzieren. Dabei wird ein Buch als digitale Kopie angefertigt und immer, wenn jemand das Buch bestellt, wird es gedruckt und versendet. Das hat den Vorteil, dass man als Autor nicht 500 Exemplare kaufen und verteilen muss. Das Buch wird nur gedruckt, wenn Bedarf besteht. Damit werden Lager- und Druckkosten erspart. Es gibt kostenlose Angebote und kostenpflichtige. Die kostenpflichtigen bieten dem Autor in der Regel mehr Gestaltungsfreiraum für das Buch inklusive professioneller Betreuung, was Lektorat oder Design betrifft.

Man sollte sich nicht auf die eine oder andere Art der Publikation versteifen. Wer ausschließlich über einen Verlag publizieren will, aber keinen bereitwilligen Verlag findet, wird enttäuscht sein und sein fertiges Buch nie in den Händen halten können. Wer stattdessen offen für andere Publikationsmöglichkeiten ist, kann je nach Einzelfall abstimmen, was die geeignetste Form der Veröffentlichung ist.

Montag, 19. Mai 2014

„Und nochmal, nochmal …“ – Zweimalaussagen in der deutschen Schriftsprache



Wortwiederholungen sind in einem Text nicht zwangsläufig stilschädigend, sie können den Stil sogar beleben und auf wichtige Inhalte aufmerksam machen. Wie mit Wortwiederholungen richtig umzugehen ist, wird im Folgenden dargestellt.



Lupo  / pixelio.de


Normalerweise hören sich Wortwiederholungen in einem Text nicht gut an. Der Leser
kommt bei einer Wiederholung oftmals ins Stocken und muss überlegen, ob er in der Zeile verrutscht ist oder ob er die Textstelle nicht eben schon gelesen hat. Wortwiederholungen – sofern sie nicht korrekt angebracht werden – sorgen für unnötige Verwirrungen und zeugen auch von einem schlechten Stil, denn wenn ein Wort mehrfach hintereinander geschrieben wird, ohne dass es einen erkennbaren Sinn für diese Häufung gibt, dann legt dies die Vermutung nahe, dass das Vokabular des Schreibers – zumindest in dieser Hinsicht –recht beschränkt ist. Ein Beispiel für solch eine unnötige und stilschädigende Doppelung mag dies verdeutlichen:

„Als Frau Machtes am späten Abend ihre Augen aufmachte, machte sie einen schnellen Sprung aus dem Bett. Dabei machte sie so viel Krach, dass sie ihre Katze wach machte. Sie wusste, was dies bedeutete und machte sich auf den Weg in die Küche, um der Katze etwas zu essen zu machen. Als sie in der Küche den Kühlschrank aufmachte, machte sie eine überraschende Entdeckung: Jemand hat das Essen für die Katze schon gemacht. Frau Machtes brauchte es also nicht mehr machen und machte sich deswegen wieder auf den Weg ins Schlafzimmer. Das Essen stellte sie in eine Ecke des Zimmers, aber die Katze machte sich nichts daraus. Sie sprang auf das Fenster und machte sich nach draußen.“

Das Verb „machen“ kommt in diesem Beispieltext viel zu häufig vor. Nicht nur, dass es in seiner Bedeutung vollkommen offen ist und nur der Kontext Schlüsse darüber erlaubt, was Frau Machtes tut, es ist auch so, dass der Lesefluss vollkommen gestört wird, denn Wortwiederholungen wirken wie große Steine in einem Flussbett, die vom Wasser umspült werden müssen. Der Autor hätte das Wort „machen“ durch andere Wörter, ja sogar durch vollkommen andere Sätze, variieren müssen.

Wo sind Wortwiederholungen „verboten“?

Eine konkrete Regel, so wie man sie aus der Grammatik oder Rechtschreibung kennt, gibt es nicht. Ganz entscheidend ist das Gefühl des Autors, welches er hat, wenn er sich mit seinem Text auseinandersetzt. Wenn sich eine Textstelle, in der eine Wortwiederholung vorhanden ist, seltsam anfühlt, dann ist das ein Hinweis darauf, das wiederholte Wort bzw. die Wortgruppe zu ersetzen. Das seltsame Gefühl zeichnet sich durch eine gewisse Ahnung aus, dass etwas nicht stimmen könnte. Unabhängig vom subjektiv-emotionalen Eindruck sollte der Maßstab zum Entscheid über Wortwiederholungen die Notwendigkeit sein: Überall dort, wo es möglich ist, sollte man Wortwiederholungen vermeiden. An Textstellen, an denen man durch eine Wiederholung etwas Wichtiges betonen möchte, kann sie durchaus legitim sein.

Die Notwendigkeit von Wörtern, Wortgruppen oder ganzen Sätzen ergibt sich in einer umgekehrten Frage, indem man beispielsweise einen Satz nimmt und ihn auf unnötige bzw. überflüssige Ausdrücke hin untersucht. Ein Beispiel zur Verdeutlichung:

„Das Leben ist schön, wenn wir das Leben der Liebe weihen.“

Die Wortwiederholung liegt im Konditionalsatz (Bedingungssatz) – nämlich das Wort „Leben“. Mit dem Wort „wenn“ wird eine Beziehung zu dem vorherigen Satzteil hergestellt, denn es wird ausgesagt, dass das Leben schön ist, wenn es der Liebe geweiht wird. Somit ist es ausreichend, nur einmal das Wort „Leben“ zu schreiben.

„Das Leben ist schön, wenn wir es der Liebe weihen.“

Es ist unnötig, in ein- und demselben Satz zweimal das Subjekt zu erwähnen, da sich die Bedingung, die durch das Wort „wenn“ erkennbar wird, nur auf dieses eine „Leben“ bezieht. Wenn man Wortwiederholungen verwenden möchte, um einen Satz schöner klingen zu lassen oder um einen bestimmten Inhalt besonders zu betonen, dann sollte ausschließlich das Wort wiederholt werden, welches den Sinn trägt. Wieder ein Beispiel zur Darstellung:

„Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein.“ (Friedrich Schiller“

Als Faustregeln kann man sich also merken:
-       Wichtige Wörter dürfen wiederholt werden – unwichtige nicht.
-       Klangwiederholungen sind zu vermeiden (erstes Textbeispiel, „machen“)

Möglichkeiten der Vermeidung von Wiederholungen

Wenn es sich um einzelne Wörter handelt, so kann man auf Synonyme zurückgreifen, um Doppelungen zu vermeiden. Aber hierbei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass nicht jedes Synonym die identische Bedeutung mit dem Original-Wort gemein hat. Aus den zur Verfügung stehenden Synonymen sind also entweder jene auszuwählen, die der originalen Bedeutung entsprechen, oder jene, die den Sinn des Original-Wortes auf eine ähnliche Weise transportieren können. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, die gesamten Sätze so zu verfassen, dass Wortwiederholungen gar nicht notwendig sind – hierfür bedarf es allerdings einer Menge Schreiberfahrung und Textgefühl.

Beispiele für bedeutungsnahe Synonyme:
Mutter / weiblicher Elternteil
Fahrzeug / Wagen
Haus / Gebäude
Boot / Schiff
Straße / Fahrbahn

Diese Beispiele zeigen eine gewisse Ähnlichkeit des Original-Wortes und des entsprechenden Synonyms, dennoch gibt es Unterschiede; eine Straße muss nicht zwangsläufig eine Fahrbahn sein, und ein Gebäude muss nicht unbedingt ein Haus sein. Hier ist der Kontext zu berücksichtigen, um zu überprüfen, ob sich aus diesem der Sinn des Wortes erschließt oder nicht.

Samstag, 8. März 2014

Texte als effektives (Online-)Marketing



Texte sind mehr als nur Vermittler von Wissen. Sie beinhalten eine ganz genaue Botschaft darüber, wie der Autor auftritt, wie er auftreten will und über welchen Hintergrund er verfügt. Viele dieser Informationen sind nicht offensichtlich, sondern werden vielmehr „zwischen den Zeilen“ sichtbar. Gut geschriebene Texte, die veröffentlicht werden, sind damit ein effektives Marketing-Instrument, denn wenn die Botschaft die Leser erreicht und die Leser vom Text überzeugt sind, dann sind sie es auch meist vom Autor.


Was muss gutes Marketing im Online-Zeitalter leisten können? Die miteinander konkurrierenden Angebote werden täglich mehr, die Kunden tauschen sich unter einander aus, geben sich Empfehlungen und überall sind Werbeanzeigen zu lesen. Wie kann man potentielle Kunden von sich überzeugen, wenn gleichzeitig 100.000 andere ebenfalls von sich Reden machen wollen? Gewiss gibt es hierfür ganz verschiedene Methoden und Strategien. Eine davon, von der ich überzeugt bin, weil ich ihren Erfolg persönlich erlebe, ist das Verfassen von aussagekräftigen Texten. Texte sind gerade im Internet eine ganz wichtige Marketing-Maßnahme, denn der Großteil des Webs besteht aus Schrift und Sprache.

Nicht-Marketing als Marketing

Die Voraussetzung, um mit eigenen Texten effektives Marketing zu betreiben, sind gut geschriebene Texte. Gute Texte sollen nicht aufdringlich sein, müssen einen Mehrwert für die Leser bieten und gut lesbar sein. Auch wenn die Texte für Marketing eingesetzt werden können und auch sollen, sollte die Absicht des Autors in erster Linie darin bestehen, eigenes Wissen an die Leser zu tragen – und zwar ohne an Marketingerfolge zu denken. Der Marketingerfolg bei Texten ist gewissermaßen ein Nebenprodukt, das sich aus Fachkompetenz, Schreibkompetenz und dem Rahmen der Veröffentlichung ergibt. Das ist ein ganz wesentlicher Vorteil, denn viele andere Werbemittel werden als aufdringlich wahrgenommen oder grundsätzlich abgelehnt, weil es eben Werbung ist. Und wenn diese Werbung auch noch eine 0 8 15-Nummer ist, dann schadet dies dem Ruf des Produkts, der Dienstleistung und/oder dem Unternehmen.

Der Vorteil von guten Texten, die online publiziert werden, ist der, dass die Leser sich von sich aus auf die Suche nach Inhalten machen, weil sie eine bestimmte Frage haben oder sich über bestimmte Fachgebiete informieren möchten. Wenn sie dann auf Texte stoßen, die über zentrale Inhalte verfügen und die Fragen der Leser beantworten können, dann wird über den Text hinaus der Autor als ein kompetenter Ansprechpartner erfahren.

Texte als Aushängeschild

Wer Texte effektiv zum Marketing einsetzen will, muss die Bedürfnisse der Zielgruppe erfassen können. Sollen die Texte online publiziert werden, ist auch ein Grundlagenwissen über die Suchmaschinenoptimierung wichtig. Doch der Fokus sollte ganz klar auf der Autor-Leser-Kommunikation liegen und nicht so sehr auf den Details, die auf die Suchmaschinen fixiert sind. Wenn der Text gut ist und seine Leser erreicht, dann nimmt der Text automatisch an Relevanz zu. Das heißt aber nicht, dass auf Mittel der Suchmaschinenoptimierung gänzlich verzichtet werden soll.

Aus Sicht der Leser, die auf einen fundierten, strukturierten und gut lesbaren Text stoßen, zeugt es von Fachlichkeit und Sympathie, wenn ein Experte sein vorhandenes Wissen sortiert und es der Öffentlichkeit frei zugänglich macht. Wenn die Leser die Textinhalte verstehen können, erkennen sie aus dem Text die Position des Autors und konstruieren über den Text eine Vorstellung vom Autor. Jeder Text ist damit ein Aushängeschild. Und je besser dieses Aushängeschild ist, desto besser ist die Marketingwirkung. Es muss nichts forciert werden. Die Leser finden den Text, bilden sich eine Meinung und sind im besten Fall sofort überzeugt. Dazu bedarf es keiner aufdringlichen Werbung im Sinne von „Dieses Angebot ist so einmalig – Sie müssen zuschlagen!“

Wer regelmäßig Texte publiziert, der erreicht nicht nur einen immer größeren Leserkreis, er kann damit auch bereits vorhandene Leser bzw. Kunden binden, indem immer neue Themen dargestellt werden. Das Verfassen von Texten bietet darüber hinaus einen weiteren Vorteil: Man setzt sich immer wieder mit neuen Themen auseinander und erweitert so sein fachliches Wissen.