Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

Gute und verständliche Texte sind eine Freude für den Leser. Sie wecken Neugier, Interesse und Lust am Lesen. Gute Texte garantieren nicht nur, dass die Botschaft den Leser erreicht, sondern sie schaffen auch eine Sympathie seitens des Lesers. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was gute Texte kennzeichnet und wie man sie schreiben kann.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Einen Verlag finden – mit Strategie und Glück zur Publikation



Der Buchmarkt befindet sich in einer heftigen Wandlungsphase. Die Verlage werden mit einer Fülle an Manuskripten konfrontiert, die sie teilweise gar nicht bearbeiten können und im Internet sind immer mehr Angebote selbstständiger Veröffentlichungen zu finden. Braucht es heutzutage noch Verlage? Wie sind die Chancen, den richtigen zu finden?

Quelle: I-vista / pixelio.de


Wer ein Buch geschrieben hat, möchte es selbstverständlich auch an den Leser bringen. Wer als Zielgruppe über die eigene Familie und den Freundeskreis hinaus denkt, muss sich für eine Veröffentlichungsart entscheiden, mit der es möglich ist, ein größeres Publikum zu erreichen. Klassischerweise wendet man sich an einen Verlag, der das geschriebene Buch annimmt, sämtliche Veröffentlichungskosten trägt und letztlich das Buch publiziert. Seit einigen Jahren gibt es Alternativen zum Verlagswesen: Buchinhalte können heutzutage problemlos online gestellt werden. Sogar gedruckte Bücher sind ohne Verlag möglich und können ein großes Publikum erreichen – vorausgesetzt, die richtige Strategie wurde gewählt. Etwas Glück gehört von Natur aus immer dazu.

Ob Verlag oder unabhängige Publikation – das Buch muss gut sein!
Wie ein Buch veröffentlicht wird, ist nicht so entscheidend wie die Art und Weise der literarischen Arbeit. Zwar dominiert noch immer die Vorstellung, erstklassige Literatur würde sich nur in Verlagen finden, aber dies birgt einen Trugschluss in sich. Wenn ein Buch schlecht geschrieben wurde, ist es schlecht – ganz gleich, ob es in einem Verlag erschienen ist oder auf eine andere Weise veröffentlicht wurde. Das heißt, die Art und Weise der selbstständig publizierten E-Books oder On-Demand-Bücher können grundsätzlich genauso gut sein wie ein bei Suhrkamp erschienenes Taschenbuch.

Wer bewertet, ob ein Buch gut ist oder nicht? Letztlich handelt es sich um drei Instanzen, die ein Buch bewerten: der Autor, ein Verlag, die Leser inkl. Kritiker. Wer selbstständig veröffentlicht, lässt eine Instanz weg – den Verlag. Er wendet sich als Autor direkt an die Leser und diese können unmittelbar bestimmen, ob das Werk des Autors gelungen ist oder nicht. Der Nachteil ist, dass mit dem Ausbleiben eines Verlags eine Kontrollinstanz fehlt, die wichtige Erfahrungen im Literaturgeschäft gesammelt hat und weiß, worauf es bei guten Büchern ankommt. Dies kann aber auch ein Vorteil sein, denn oftmals richten sich Verlage ausschließlich am Mainstream aus und lassen den individuellen Gedanken der Autoren nur wenig Möglichkeiten. Außerdem ist noch lange nicht gesagt, dass ein Buch bei den Lesern gut ankommt, bloß weil ein Verlag vom Manuskript überzeugt ist. Deswegen gilt: Ein Buch ist gut, wenn es gut ist, egal, wo und wie es erscheint.

Einen Verlag finden
Um einen Verlag zur Publikation des eigenen Buches zu bewegen, muss dieser vom Inhalt des Buches und Stil des Autors überzeugt sein. Deswegen werden die Manuskripte gelesen und bewertet. Da viele Menschen den Wunsch haben, ein Buch zu veröffentlichen, werden die Verlage mit entsprechend viel Manuskriptmaterial versorgt. Teilweise kann die Wartezeit auf die Ergebnisse der Manuskriptprüfung über ein Jahr betragen. Und selbst wenn ein Manuskript akzeptiert wurde, dauert es immer nochmal eine längere Zeit, bis es dann auch tatsächlich erschienen ist. Die Verlage sind mit der Fülle an Manuskripteinsendungen überfordert und müssen nach einem strengen Maßstab selektieren. Hinzu kommen wirtschaftliche Interessen: Ein Buch sollte für Autor und Verlag keine Belastung sein, sondern langfristig eine Einnahmequelle. Deswegen müssen sich Verlage auch daran orientieren, was gerne und oft gekauft wird. Als verlagsunabhängiger Autor kann dies notwendig sein, muss es aber nicht. Dies hängt vom Einzelfall ab. Autoren, die gerne ihr Fachwissen präsentieren möchten und nicht von den Bucheinnahmen abhängig sind, können freier agieren als ein Autor, der mit dem nächsten Buch seine Miete finanzieren muss.

Wer über einen Verlag publizieren will, muss sich und sein Buchprojekt vorstellen. Er muss eine Leseprobe entsenden und dem Verlag darlegen können, wieso gerade dieses Manuskript vielversprechend ist. Das Alleinstellungsmerkmal ist ein entscheidender Faktor, um auf sich aufmerksam zu machen. Gerade als unbekannter Autor muss man mit dem Manuskript überzeugen. Etablierte Autoren können auf eine gute Reputation zurückgreifen, die manche Verlagsprüfung vereinfacht. Bei der Verlagssuche muss systematisch vorgegangen werden. Es ist unseriös und nicht zielführend, willkürlich Verlage anzuschreiben, ob Interesse am Manuskript bestehen würde. Besser ist es, sich eine Auswahl an Verlagen vorzunehmen, die thematisch zum Buch passen, und diese zu kontaktieren.

Wenn ein Verlag Interesse am Buchprojekt hat, muss eine Leseprobe zum Verlag gesendet werden. Diese kann entweder einzelne aussagekräftige Kapitel des Manuskripts oder das gesamte Manuskript beinhalten. Wichtig ist hier, eine möglichst fehlerfreie Version zu versenden. Ein Manuskript, das in seiner Form fertig ist, aber noch nicht auf Fehler untersucht wurde, ist eine schlechte Leseprobe. Lieber drei- bis viermal das ganze Manuskript durchlesen und Fehler ausbessern. Man kann das Buch auch Freunden oder Familienmitgliedern zum Lesen anbieten, damit diese auf mögliche Fehler aufmerksam werden.

Unverlangte Manuskripteinsendungen sind unhöflich und schaden dem eigenen Ansinnen, das Buch in einem Verlag unterzubringen. Besser ist es, vorab zu klären, ob der Verlag überhaupt Interesse hat. Hat er nämlich keines und erhält unverlangt ein Manuskript, landet dieses unter Umständen postwendend im Mülleimer des Lektors.

Im Internet kann man viele Verlage finden, die über einen Webauftritt erreichbar sind und meistens Informationen zur Manuskripteinsendung online gestellt haben. Man kann Verlage auch über die Bücher finden, die man bereits selbst besitzt. Oder man durchstöbert die Buchkategorien bei Amazon und guckt dort in den einzelnen Buchangeboten, welche Verlage vertreten sind. Druckkostenzuschussverlage sind immer abzulehnen. Auch wenn das Buch nur für einen selbst oder die eigene Familie ist. Man zahlt vielmehr hinein als herauskommt. Es ist ein Geschäft, das mit Hoffnungen funktioniert. In der Regel übernehmen seriöse Verlage alle Kosten, die zur Herstellung und Vermarktung eines Buches anfallen. Verlage, die dem Autor Leistungen in Rechnung stellen, wecken falsche Hoffnungen auf einen Bucherfolg oder Durchbruch als Autor. Statt die Druckkostenzuschussverlage zu wählen, kann man Bücher auch selbst veröffentlichen, ohne das Kosten anfallen. E-Books sind eine Möglichkeit, die Buchinhalte digital zur Verfügung zu stellen. Wer Print-Bücher möchte, kann sich an Dienstleister richten, die „Books on demand“ produzieren. Dabei wird ein Buch als digitale Kopie angefertigt und immer, wenn jemand das Buch bestellt, wird es gedruckt und versendet. Das hat den Vorteil, dass man als Autor nicht 500 Exemplare kaufen und verteilen muss. Das Buch wird nur gedruckt, wenn Bedarf besteht. Damit werden Lager- und Druckkosten erspart. Es gibt kostenlose Angebote und kostenpflichtige. Die kostenpflichtigen bieten dem Autor in der Regel mehr Gestaltungsfreiraum für das Buch inklusive professioneller Betreuung, was Lektorat oder Design betrifft.

Man sollte sich nicht auf die eine oder andere Art der Publikation versteifen. Wer ausschließlich über einen Verlag publizieren will, aber keinen bereitwilligen Verlag findet, wird enttäuscht sein und sein fertiges Buch nie in den Händen halten können. Wer stattdessen offen für andere Publikationsmöglichkeiten ist, kann je nach Einzelfall abstimmen, was die geeignetste Form der Veröffentlichung ist.