Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

Gute und verständliche Texte sind eine Freude für den Leser. Sie wecken Neugier, Interesse und Lust am Lesen. Gute Texte garantieren nicht nur, dass die Botschaft den Leser erreicht, sondern sie schaffen auch eine Sympathie seitens des Lesers. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was gute Texte kennzeichnet und wie man sie schreiben kann.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Marketing im Sozialen Netzwerk



Mit Texten die richtigen Leute zur richtigen Zeit motivieren




Dienstleister, Politiker, Produzenten, Künstler, sie alle nutzen Facebook. Privat wie beruflich treten sie in Kontakt mit anderen Menschen und lassen die digitale Welt am eigenen Leben teilhaben. Vielen, sicher nicht allen, geht es dabei um gezieltes Marketing, um Präsenz im Netz und um einen möglichst nahen Kontakt zu bestimmten Zielgruppen. Man muss kein großes Unternehmen haben oder Bundespolitiker sein, um Facebook & Co effektiv für Werbung zu nutzen, auch mittelständische Unternehmen oder angehende Künstler können sich geschickt – und vor allem kostenlos – eine interessante Plattform in Sozialen Netzwerken schaffen. Die Basis dafür sind maßgeschneiderte Texte für Kommentare, Postings oder Chats. Worauf es ankommt, wenn man nicht wild drauf losschreiben möchte, sondern längerfristige Ziele in den Netzwerken anstrebt, lesen Sie im Folgenden.

Gehen wir von optimalen Bedingungen aus: Ein Musteruser will Facebook & Co für Werbezwecke nutzen und hat bereits ein größeres Netzwerk an Freunden und Bekannten. Das Netzwerk wird seit längerem genutzt, um öffentlich zu posten. Unser Musteruser hat Facebook bisher noch nicht aus Marketingsicht verwendet, hat aber ein Unternehmen gegründet und will nun für mehr Kundschaft sorgen – passend, dass er einen Service im IT-Bereich anbietet. So sitzt er häufig am PC und kann auf Menschen zugehen, die ebenfalls viel Zeit vor dem PC verbringen. Da es im Folgenden um die Textbotschaften gehen soll, gehen wir weiter davon aus, dass unser Musteruser schon Geschäftskontakte in seiner Freundesliste hat – darunter befinden sich Freelancer, mit denen er ab und an zusammenarbeitet, Agenten, Unternehmen, die seine Dienste bereits in Anspruch genommen haben und Leute, die noch keinen weiteren Kontakt zu ihm hatten, über das eine oder andere Interesse aber zueinander gefunden haben. Wie kann unser Musteruser nun effektiv auf sich aufmerksam machen?

Der Marketingerfolg ist vom Ziel abhängig

Zunächst muss er wissen, was er überhaupt erreichen will: Will er eine latente Präsenz schaffen, will er auf Produkte hinweisen, will er Meinungen einholen, will er Partner für Projekte finden, will er sich von seiner Konkurrenz abheben usw.? Je nachdem, was angestrebt wird, unterscheidet sich die Strategie im Texten. Es gibt genug Beispiele von Unternehmen, denen es nur darauf ankommt, etwas zu posten, egal was, Hauptsache etwas, nur um präsent zu sein. Ein übergeordnetes Ziel fehlt oftmals. Die ständige Präsenz in Sozialen Netzwerken ist kein Selbstzweck, sondern immer nur ein Mittel. Daher: Prüfen Sie, wozu Sie im Netzwerk aktiv sein wollen, wozu Sie etwas posten wollen. Vielleicht sagen Sie, Sie möchten im Bewusstsein potentieller Kunden sein. Auch dann gilt: Warum? Vermutlich, weil Sie die Hoffnung haben, dass diese potentiellen Kunden irgendwann zu faktischen Kunden werden. Dazu eine kleine Ernüchterung: Über Soziale Netzwerke, abgesehen von Xing, kommen relativ wenig Geschäfte zustande. Aber dennoch ist es nicht falsch, so etwas über Facebook & Co anzustreben, da man sich eine Plattfom aufbaut, in der man leicht ansprechbar ist. Im Allgemeinen kann festgehalten werden, dass eine rege Aktivität im Sozialen Netzwerk der Durchsetzung von drei Zielen dient, die ihrerseits Mittel für andere Ziele sind, die vom jeweiligen Unternehmen abhängig sind. Diese drei Ziele bzw. Arbeitsfelder sind:
-       Imagegestaltung
-       Kontinuierliche Interaktion mit relevanten Kontakten
-       Punktuelle Steuerung der Aufmerksamkeit relevanter Kontakte

Warum Texte für Soziale Netzwerke so wichtig sind

Vieles wird in Facebook & Co geteilt: Videos, Bilder und Texte. Dass Texte die wichtigsten Elemente sind, zeigt sich nicht nur daran, dass das gesamte Internetverständnis auf Schrift und Sprache beruht, sondern auch daran, dass mit Texten das gesagt werden kann, was Bilder oder Videos nicht ausdrücken können. Gut und gerne gelten visuelle Reize als Grundpfeiler effektiven Marketings. Klar! Ein Bild bindet sofort mehr Aufmerksamkeit als ein Text, aber ein Bild vermag es nicht, komplexe Sachverhalte darzustellen. Dafür sind Texte wiederum besser geeignet. Optimal ist eine Kombination aus Bild und Text.

In Sozialen Netzwerken geschieht der Großteil der Kommunikation über Text. Ausschließlich Bilder zu posten, ist zu wenig. Nur Text zu senden, ist zu viel. Die Mitte muss gefunden werden. Darüber hinaus muss überlegt werden, was überhaupt geschrieben werden soll. Dies hängt mit dem Wozu zusammen. Was will ich erreichen? Wer soll meinen Text lesen? Dann kann man sich Gedanken machen, was in den Text hineingebracht werden kann. In den Sozialen Netzwerken kann im Prinzip jede Textart verwendet werden: Statusmeldungen, Gedichte, Fachartikel, wissenschaftliche Arbeiten, persönliche Statements, Einladungen usw. Das macht den Text universell einsetzbar. Texte können so auf ganz konkrete Anforderungen maßgeschneidert werden. Sie sind unverzichtbar im Cyber Space und können mit ein bisschen Übung zum optimalen Mittler Ihrer Botschaften werden, denn wer mit Ihnen vernetzt ist, wird Ihre Texte lesen – vorausgesetzt, sie sind gut.

Worauf es bei Textmarketing ankommt

Wer in den Sozialen Medien erfolgreich texten will, muss sich in drei Arbeitsfeldern bewegen: Zielgruppe, Textart und Botschaft. Kurz: Was will ich wem wie sagen? Es reicht nicht, täglich ein Bild von sich, einem Produkt oder dem Unternehmen hochzuladen. Die Leser müssen motiviert, gereizt, ja, in gewisser Weise kontrolliert werden. „Kontrolle“ meint nicht Machtmissbrauch, sondern meint einen möglichst überlegten Einsatz von Werkzeugen. Gehen wir in unser Musterbeispiel: Unser User will gerne in Facebook präsent sein, weil er der Überzeugung ist, dass ein großes und aktives Netzwerk für den Geschäftserfolg wichtig ist. Für eine ständige Präsenz muss er zwei Dinge tun: Er muss selbst Dinge teilen und er muss sich bei den anderen Usern zu Wort melden, also auf deren Posts eingehen. Netzwerken funktioniert nur wechselseitig! Wer immer nur von sich postet, ohne an die anderen zu denken, manövriert sich schnell ins Abseits.

Unser User weiß, dass die meisten seiner Netzwerkkontakte Facebook privat nutzen, also ist es unangemessen, sie ständig mit beruflichen Informationen zu konfrontieren, aber hin und wieder eine präzise Botschaft tut sicher nicht weh. Am besten ist es natürlich, wenn unser Musteruser Privates und Beruf verbinden kann. Wie das möglich ist, sprengt den Rahmen dieses Textes. Zurück zur Schreibarbeit! Unser User wünscht regelmäßig allen Kontakten einen guten Start in den Tag. Das ist kurz, sympathisch und wird gerne entgegengenommen – ebenso die allgemeine Verabschiedung ins Wochenende oder Grüße zu Festtagen. Um den Bezug zum Beruflichen nicht zu verlieren, schreibt unser Mann mal mehr, mal weniger über aktuelle Projekte, Planungen oder spricht die User direkt mit Umfragen an. „Mal mehr, mal weniger“ bedeutet, das richtige Timing und die richtige Distanz zu wahren. Je nachdem, wie die Leute reagieren, sollte er mehr oder weniger Infos preisgeben. Wie müssen die Texte nun aber aufbereitet sein? Kurz, kurz, kurz! Nichts ist schlimmer, als ellenlange Texte auf Facebook zu lesen. Wer tut sowas schon? Wer hat die Zeit dafür? Sicher nicht die zahlungskräftigen potentiellen Kunden! Also: Kurze Texte! Maximal fünf Sätze. Maximal! Klare Botschaften in möglichst einfachen Sätzen, sind der nächste Punkt. Fünf Sätze können prägnant sein, sie können aber auch durch Schachtelsätze in die Länge gezogen und unverständlich gemacht werden. Bleiben Sie bei einem einfachen Satzbau von Subjekt – Prädikat – Objekt. Schreiben Sie in Bildern, wecken Sie Gefühle, indem Sie vor allem Verben verwenden, die mit bestimmten Sinneseindrücken gekoppelt sind.

Ein Beispiel:
Unser Musteruser möchte auf ein neues Angebot von sich aufmerksam machen; er schreibt: „Endlich ist’s geschafft! Jetzt kann es losgehen. Unser Team ist schon eingespielt und wartet auf die ersten Aufträge. Mit dem neuen …….. können wir noch besser ………“ (Ein Foto / Bild wäre gut, um mit dem Blickfang auf den Text und vom Text auf das Profil / die Website weiterzuleiten.)

Wichtig ist, nicht nur von Text zu Text bzw. von Post zu Post zu denken, sondern sich eine langfristige Strategie zu überlegen, in der unterschiedliche Textarten und Informationen verarbeitet werden. Das Wichtigste ist, das Gleichgewicht zwischen Privatem und Beruf zu halten, um nicht jene User zu verjagen, die sich von zu viel Berufsinfos überfordert fühlen.
 

Freitag, 11. September 2015

Geschriebenes Wort = gesprochenes Wort?



Zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen geschriebener und gesprochener Sprache im Deutschen


Der schreibende und sprechende Mensch verwendet zwei unterschiedliche Sprachen. Auch wenn Buchstaben und Wörter gleich bleiben, ist die geschriebene Sprache eine andere als die gesprochene. Diese ist oftmals schneller, beinhaltet eher kürzere Wörter und Alltagsvokabular. Die geschriebene Sprache ist ausführlicher, verlangt genaueres Denken und kann deutlich mehr Abstraktionen beinhalten als die gesprochene Sprache.


Die Muttersprache wird in unserer Kultur auf zweierlei Weise gelehrt und gelernt: Sie wird gesprochen und geschrieben. Das geschriebene Wort gleicht scheinbar dem gesprochenen, doch es gibt auch Unterschiede, mit denen beide Sprachweisen klar voneinander zu differenzieren sind. Der größte Unterschied ist in der Anwendung zu sehen: Während man die gesprochene Sprache relativ zügig ausdrücken kann und es nur selten bewusste Denkprozesse erfordert, ist bei der geschriebenen Sprache mehr Zeit einzuplanen. Bei ihr spricht die Stimme im Kopf deutlich und man überlegt detaillierter über Wörter, Ausdrücke und Inhalte.

Die geschriebene Sprache

Die geschriebene Sprache besteht aus Buchstaben. Wir verwenden das lateinische Alphabet. Für die Buchstaben gibt es unterschiedliche Schreibweisen. Während bei der Schreibschrift ein individueller Ausdruck des Schreibers zu vernehmen ist, sind die Druckschriften „objektiver“, weil eine Maschine die Buchstaben projiziert und somit persönliche Merkmale des Autors außen vor bleiben. Diese sind dann nur noch am Inhalt erkennbar, nicht aber am Schriftbild, da dieses genormt ist.

Die Buchstaben der geschriebenen Schrift sind die Laute der gesprochenen. Die gesprochene Sprache besitzt im engen Sinne keine Buchstaben, sondern nur Laute. Diese können beim Sprechen sehr stark variieren, in der geschriebenen Sprache sind sie aber auf Buchstaben bzw. Buchstabenkombinationen begrenzt. Die Laute werden in zwei Formen unterschieden: Vokale und Konsonanten.

Vokale sind Selbstlaute, also Laute, bei dessen Artikulation der Phonationsstrom weitgehend ungehindert durch den Mund ausströmen kann: a, e, i, o u. Konsonanten sind Mitlaute, also Laute, bei dessen Artikulation eine Verengung des Stimmtraktes stattfindet. So wird der Atemluftstrom ganz oder teilweise blockiert und es kommt zu hörbaren Turbulenzen; zum Beispiel: h, t, s, k, n, r

Die gesprochene Sprache

Die gesprochene Sprache geschieht über die Anwendung der Laute. Hier vereinen sich die Buchstaben der Muttersprache mit den Sprechorganen des menschlichen Körpers. Die Organe sind Stimmbänder, Gaumen, Nase, Zunge und Lippen. Je nach Anwendung der einzelnen Organe können unterschiedliche Laute gebildet werden. Im Allgemeinen wird zwischen stimmhaften und stimmlosen Lauten unterschieden. Zu den stimmhaften zählen die Vokale, denn bei ihnen kommt es immer zur Schwingung der Stimmbänder. Das heißt aber nicht, dass Vokale nicht auch unterschiedlich ausgesprochen werden können. Sie können durch verschiedene Klangfarben individualisiert werden.

Alle alphabetischen Buchstaben, die keine Vokale sind, sind Konsonanten. Bei deren Aussprache wird der Luftstrom behindert oder unterbrochen. Dafür sorgen Lippen, Nase, Gaumen und Zunge. Auch hier wird zwischen stimmhaften und stimmlosen Konsonanten unterschieden. Bei den stimmhaften Konsonanten liegt die Betonung auf eben jenen Lauten, z. B. „Bahn“ oder „haben“. Stimmlose Beispiele sind „Obst“ oder „wichtig“.

Schreiben oder sprechen – sprechen und schreiben

Die gesprochene Sprache wird über Laute manifestiert. Die Laute sind Klangkonstrukte, die Buchstaben repräsentieren, die in unserem Alphabet vorkommen. Die Buchstaben sind wiederum mit Lauten verbunden. Wenn Sie einen bestimmten Satz nur denken, benötigen Sie bereits dafür Buchstaben und Laute. „Verflixt nochmal“ lässt sich ziemlich laut-stark denken. Geschrieben kann es ganz nüchtern klingen, weil die Betonung nicht mitgeschrieben werden kann.

Wenn ich den ersten Buchstaben des Alphabets spreche, ist das A ein Laut, ein Vokal. Der Buchstabe kann auch geschrieben werden. Da die Klangbildung mittels Stimme beim Schreiben fehlt, hat die geschriebene Sprache keine Laute, sondern nur die Buchstaben. Mit den Buchstaben können zwar teilweise Laute rekonstruiert werden, aber die gesprochene Sprache verfügt über mehr Lautevielfalt als die geschriebene, weil die Sprechorgane sehr unterschiedlich genutzt werden können.

Wenn Sie sich in einer Gruppe befinden und über Ihren Tag erzählen, dann sprechen Sie in der Regel mit Ihren Mitmenschen zügig, so dass Sie einen fließenden Sprachstrom erzeugen. Dieser Strom drückt das aus, was Sie erzählen möchten. Nur in den seltensten Fällen werden Sie vor solch einem Gespräch die Ruhe gesucht haben, um im Vorfeld zu planen, was Sie wie sagen werden. In der Regel sprechen Sie spontan „ohne nachzudenken“. Der Strom ist nur dadurch möglich, dass Sie einwandfrei sprechen können. Würden Sie über jedes zweite Wort nachdenken, könnten Sie keinen solchen fließenden Strom von Wörtern erzeugen und Ihre Mitmenschen hätten mit Ihnen Kommunikationsprobleme. Würden Sie Ihren Mitmenschen einen Brief schreiben, hätten Sie genug Zeit, in aller Ruhe Ihre Sätze zu formulieren. Die geschriebene Sprache zeichnet sich dadurch aus, dass ein gewaltiger Denkprozess dem Schreibprozess vorausgeht bzw. Teil dessen ist. Sie müssen den Satz erst in Gedanken konstruiert haben, bevor Sie Ihn schreiben können. Eine Ausnahme bilden die Vielschreiber, die so viel Routine im Schreiben haben, dass Sie nicht über jedes Wort oder jeden Satz nachdenken müssen, sondern wie beim Sprechen einfach schreiben – fließend. Das setzt allerdings eine sehr gute Kenntnis der Sprache voraus.

In einigen Schreibratgebern ist zu lesen, dass man schreiben sollte wie man spricht. Das heißt, man sollte die gesprochene Sprache verschriftlichen. Wer sich allerdings im alltäglichen Gespräch beobachtet, wird feststellen, dass diese Forderung mehr als Ideal und weniger als konkrete Anleitung zu verstehen ist, denn das, was wir täglich an Lauten produzieren, würde man es genauso verschriftlichen, würde den Empfänger überfordern, da er jedes Wort und jeden Laut dechiffrieren müsste. Sowohl beim Schreiben als auch beim Sprechen müssen Sie überlegen, was Sie in Sprache verwandeln wollen. Beim Sprechen geschieht dies größtenteils automatisch, also unbewusst. Beim Schreiben wird ein bewusster Gedankengang erfordert. Gerade bei längeren Texten wird er dadurch sichtbar, dass die Inhalte logisch gegliedert werden müssen.