Herzlich willkommen auf dem Schreibblog von Christoph Eydt

Gute und verständliche Texte sind eine Freude für den Leser. Sie wecken Neugier, Interesse und Lust am Lesen. Gute Texte garantieren nicht nur, dass die Botschaft den Leser erreicht, sondern sie schaffen auch eine Sympathie seitens des Lesers. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, was gute Texte kennzeichnet und wie man sie schreiben kann.

Montag, 5. Januar 2015

Schreibblockade – Was hilft?



Eine Schreibblockade kann insbesondere für professionelle Schreiber eine Bedrohung sein, weil die Autoren nicht mehr in der Lage sind, jene Tätigkeit auszuführen, die ihre Existenz definiert. Zur Auflösung von Schreibblockaden gibt es verschiedene Möglichkeiten, die je nach Einzelfall mehr oder weniger hilfreich sind.

 
Lupo  / pixelio.de

Unter einer Schreibblockade wird in erster Linie ein psychisches Phänomen verstanden. Schreibblockaden können aber auch durch äußere Umstände eingeleitet werden. Beispielsweise ist das Schreiben blockiert, wenn der Autor auf notwendige Recherchequellen nicht zugreifen kann oder wenn beispielsweise kein Schreibgerät zur Verfügung steht. Im Folgenden soll es um die psychische Schreibblockade gehen. Das bedeutet, dass alle äußeren Umstände so vorhanden sind, dass ein Schreiben möglich ist. Einzig die psychischen Determinanten des Autors behindern die Schreibaktivität.

Schreibblockade – Wer ist betroffen?

In erster Linie sind von Schreibblockaden Menschen betroffen, die viel schreiben bzw. einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, in der das Schreiben eine wesentliche Bedeutung hat. Schriftsteller, Journalisten oder Studenten, die sich auf Textwissenschaften spezialisiert haben, können von Schreibblockaden befallen werden. Die Betroffenen können im Falle einer Schreibblockade entweder dauerhaft oder nur temporär keinen Text mehr verfassen. Gerade für Autoren, die von ihren Texten finanziell abhängig sind, bedeutet dies massive Einschnitte in die Lebensqualität. Und auch Studierende können ernsthafte Probleme bekommen, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, Hausarbeiten zu einem gesetzten Termin zu beenden.

Was kennzeichnet Schreibblockaden?

Die Hemmung, einen Text zu verfassen, ist noch ein sehr allgemeines Beschwerdebild. Es gibt mehrere unterschiedliche Erscheinungsformen einer Schreibblockade. So ist es nicht zwangsläufig üblich, dass alle Betroffenen überhaupt nicht mehr schreiben können. Oftmals zeichnet sich eine Schreibblockade auch dadurch aus, dass die Autoren keinen Texteinstieg finden können. Die Blockade befindet sich also vor allem im Bereich des Textanfangs. Eine andere Form der Schreibblockade besteht darin, dass zwar der gesamte Text geplant wurde, der Autor ihn aber einfach nicht schreiben kann. So sinnvoll die Gliederung konzipiert wurde. Sie nützt nichts, wenn der Autor nicht in der Lage ist, seine Gedanken niederzuschreiben. Die wohl verbreitetste Form einer Schreibblockade ist die abschnittsweise Blockade. Das bedeutet, die Betroffenen schreiben zwar an ihrem Text, aber der Schreibprozess wird immer wieder durch unerwartete Blockaden unterbrochen und im schlimmsten Fall ganz abgebrochen. Eine Schreibblockade kann aber auch vor dem eigentlichen Schreibprozess einsetzen, nämlich dann, wenn es darum geht, den Aufbau eines Textes zu planen. In diesem Fall ist der Autor nicht in der Lage, seine Ideen auszuformulieren oder logische Strukturen für einen Text zu setzen. Gerade bei jüngeren Studenten kommt es vor, dass diese das Schreiben als Qual empfinden. Bereits der Gedanke, eine 15- oder 20seitige Hausarbeit zu verfassen, löst negative Emotionen aus, die auch mit körperlichen Symptomen einhergehen können. Vermeidungshandlungen treten an die Stelle, an der eigentlich der Schreibprozess stehen sollte. Im wissenschaftlichen Umfeld kommt es ebenfalls vor, dass zu oft aus fremden Quellen zitiert wird und der Autor die Inhalte nicht in eigenen Worten wiedergibt. Der Text bleibt damit eine Ansammlung wörtlicher Zitate, wodurch der Inhalt zu umfangreich und unübersichtlich wird. Dies kann zum Abbruch der Arbeit führen.

Welche Ursachen gibt es für Schreibblockaden?

Aus der Erfahrung mit meinen Kunden und dem Austausch mit ehemaligen Kommilitoninnen sowie einschlägiger Literatur haben sich die folgenden Ursachen als Kernaspekte herauskristallisiert:
- Zeitdruck oder andere Erwartungshaltungen, die Zwang oder Druck erzeugen
- mangelhafte oder fehlende Konzepte
- unüberschaubare Textstruktur
- zu viele inhaltliche Botschaften bzw. zu viel zu verarbeitendes Material
- Unordnung und zu wenig Selbstdisziplin
- keine oder nur eine unzureichende Perspektive auf Ziele und Absichten
- Angst vor Kritik
- psychische Probleme wie Depressionen
- äußere Umstände, die vom Schreiben ablenken (finanzieller Druck, Lärm, PC-Bildschirmhelligkeit)

In der Regel handelt es sich nicht um monokausale Ursachen. Das bedeutet, dass meistens mehrere der oben genannten Faktoren zusammen auftreten und zu einer Blockade führen. Ein Student hat beispielsweise Angst vor zu starker Kritik des Professors, gerät daraufhin unter Zeitdruck und ist nicht mehr in der Lange, an seinem Textkonzept zu arbeiten.

Was hilft gegen Schreibblockaden?

Was gegen Schreibblockaden hilft, hängt vom Einzelfall ab, weil die Ursachen verschieden sein können und die Handlungsmöglichkeiten ebenfalls äußerst individuell sind. Was erfahrungsgemäß überhaupt nicht hilfreich ist und sogar gegenteilig wirken kann, ist der Versuch, sich zum Schreiben zu zwingen, weil so noch mehr Druck aufgebaut wird, der die Blockade verstärkt. Dies ähnelt dem Versuch, krampfhaft einschlafen zu wollen oder etwas mit Absicht vergessen zu wollen. Dies gelingt nicht. Daher ist der erste Schritt zur Überwindung einer Schreibblockade das Annehmen derselben, ohne Widerstand zu erzeugen.

Was sich bewährt hat, ist die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf andere Dinge. Wenn eine Schreibblockade vorliegt, ist es gut, sich vom Schreibprozess abzuwenden und anderen Dingen nachzugehen – beispielsweise einer sportlichen Aktivität nachgehen oder einen Spaziergang machen. Wichtig ist, etwas zu tun, das entspannend wirkt. Das Beruhigen des eigenen Geistes verhilft zu mehr Klarheit, neuer Motivation und zu einer besseren Bündelung der Aufmerksamkeit. So tun sich neue Lösungswege wie von selbst auf, ohne das etwas dafür getan werden müsste. Würde man sich im Falle einer Schreibblockade nur noch intensiver mit dem Text beschäftigen, würde man sich umso fester in ihm verfangen. Es wäre wie der Versuch, durch hektische Bewegungen einem Treibsand zu entkommen.

So können auch Entspannungsübungen bzw. Meditationen hilfreich sein, um den eigenen Geist zu beruhigen. Doch es müssen noch weitere Schritte hinzugefügt werden, um eine Schreibblockade erfolgreich hinter sich zu lassen: Sobald der Geist zur Ruhe gekommen ist, geht es darum, eine für das Textprojekt passende Strategie zu erarbeiten. Die Basis dafür ist die Ursache der Schreibblockade: An welcher Stelle kommt der Autor nicht weiter? Was könnte hilfreich sein, um das Problem zu bewältigen? Wie kann die Hilfe strukturiert werden? Hierbei kann auch auf fremde Hilfe wie z. B. Coaches zurückgegriffen werden. Der Autor benötigt ein in sich geschlossenes Text- und Arbeitskonzept, so dass er sich schrittweise seinem Ziel nähern kann. Hierfür ist es hilfreich, sich mit verschiedenen Textratgebern zu beschäftigen, um passende Strategien herausarbeiten zu können.

Um eine Schreibblockade zu überwinden, müssen also drei Punkte beachtet werden:
1. Nicht gegen die Schreibblockade ankämpfen, sondern diese akzeptieren!
2. Die Aufmerksamkeit von der Blockade und dem Text weg- und zu mehr Entspannung hinlenken!
3. Ein logisches Arbeitskonzept als „Anleitung“ für den Schreibprozess herausarbeiten!